In memoriam: Der nordkoreanische Zwergdiktator

Im Reich der wilden Diktatoren: Der nordkoreanische Zwergdiktator
(creatus dictatus parvus septemtrionum coreanus)

232kim.jpgSeine Kleinwüchsigkeit und seine hoch aufragender Haarkamm verleihen ihm ein possierliches Aussehen. Dieser harmlose Eindruck wird von einem grauen Mao-Schlafanzugsfell, dass ihm die Evolution angelegt hat, unterstützt. Doch Vorsicht! All dies ist nur Tarnung. Wie zum Beispiel seine Plateauschuhkrallen. Durch sie wirkt er nicht nur größer, sondern stößt auch mittels geschicktem Aneinanderschlagen warnende Klacklaute aus, wenn ein fremder Diktator sein Reich betritt. Einmal in seine Fänge geraten, kann das Opfer schnell einmal Arme, Beine oder andere Glieder verlieren. Sollten diese Warnungen aber nicht ausreichen, so hat der nordkoreanische Zwergdiktator noch seine Nukleardrüsen. Die verwendet er jedoch nur in höchster Gefahr und beim Jagen.
In Nordkorea wird er als fast heilig verehrt. Ihm zu Liebe hungern die Menschen nicht wie im Gebiet des creatus diktatus mohamedanus nur ein paar Wochen lang, sondern das ganze Jahr über. Doch wie so viele andere seiner Art ist auch der nordkoreanische Zwergdiktator bedroht: Der sich aggressiv ausbreitende homo democraticus engt dessen natürlichen Lebensraum mit internationalen Sanktionen immer weiter ein.

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Im Reich der wilden Diktatoren: Der libysche Buntgewand-Diktator

Der libysche Buntgewand-Diktator (creatus dictatus libyus varius tyrianthina) konnte bisher nur von ganz wenigen Diktatorenforschern in freier Wildbahn beobachtet werden. Diese berichten, dass er nur in vollmondigen lauen libyschen Wüstennächten wie eine Fata Morgana in bunt schimmernden Gewändern gehüllt am Rande von Ölseen aus seinem Beduinenzelt herauskommt. Dabei schart sich sogleich ein ganzes Herr von Amazonen um ihn, das ihn vor allen möglichen Gefahren beschützen soll. Mit fast jeder scheint er Nachkommen gezeugt zu haben, was aber nicht sicher ist. Gesichert scheint nur, dass er sieben Söhne – allesamt Zwerge – und zwei Töchter hat bzw. hatte. Eine von beiden wurde traurigerweise in den 1980er Jahren Opfer von gierigen amerikanischen Großdiktatorenjägern, die damals noch das heute geächtete Dikatatoren-Dynamit-Jagen betrieben. Heute hingegen müssen die Amazonen den libyschen Buntgewandler vor dem gemeinen libyschen Wüstenmob beschützen. Der will ihm in der irrigen Annahme, sein Kopf hätte magische Kräfte und würde die Wüste in blühende Landschaften verwandeln, den Kopf abgeschlagen. Seine Tage scheinen gezählt, wenn nicht endlich WWF, Greenpeace oder die OPEC beherzt eingreifen und den Lebensraum dieses schillernden Lebewesens vor solchen terroristischen Übergriffen schützen.

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Im Reich der wilden Diktatoren (IV). Heute: Der iranische Knurrdiktator

Der iranische Knurrdiktator (creatus diktatus fremerus iranus) fristet sein einsames und karges Leben inmitten der öden iranischen Wüstenlandschaft. Völlig entblödet und nur mit einem columboesken Regenmanteletwas bekleidet ernährt er sich von gefälschten Stimmzetteln. Wodurch er ein weiches Kopffell, fusselnde Backenschoner, ein sonores Murren und im Ganzen ein recht putziges Aussehen erlangt, das ihn fast ungefährlich erscheinen lässt. Diesen trügerischen Schein legt er wieder ab – zusammen mit dem Regenmanteletwas – sobald sich ihm iranische Studenten, UN-Atomwaffeninspektoren oder Wahlbeobachter nähern. Sofort nimmt er seine Gegendenrestderwelthaltung ein und brüllt lärmend tosend brummige Hetzfetzen. Deshalb wird er von Großdiktatorenjägern als „die begehrteste aller diktatorischen Trophäen“ bezeichnet. Doch im Iran hat sich ein kleine fanatische Minderheit zusammengerottet, der so genannte Wächterrat, der es als seine heilige Aufgabe ansieht dieses bedrohte Wesen zu beschützten und es weiterhin reichlich mit gefälschten Wahlzetteln zu füttern.

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Im Reich der wilden Diktatoren: Der birmesisch-zyklonische General

Der dictator cyclonis generalissimus ist ängstlich, scheu und abergläubisch. Er lebt zurückgezogen auf dem Gebiet von Myanmar. Selbst die Einheimischen kennen ihn nur noch vom Hörensagen. Die Birmesen veranstalteten 2007 eine der letzten großen Jagden auf dieses unschuldige Wesen. So kann es heute nur noch in der Zeit der sogenannten Militärparaden beobachtet werden. Dann traut es sich aus seinem Versteck, aber nur in Anwesenheit seiner anderen khakibraunen Juntaartgenossen, unter denen es nur durch seinen schillernden Ordenspanzer hervorsticht. Am liebsten ernährt es sich von internationalen Hilfslieferungen. Momentan steht Reis auf seiner Speisekarte ganz oben. Ungewöhnlich ist dabei, dass es die Lieferungen zum Teil mit seinem Namen markiert und die angeknabberten Kisten dann der Bevölkerung zur Besänftigung ihres Jagdtriebs überlässt. Ansonsten widmet es sich der astrologischen Berechnung seiner Lebenserwartung und Stadtplanung, aber auch der Anzahl der für ein langes Leben zu opfernden Birmesen.

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Im Reich der wilden Diktatoren: Das Busharraf

246busharraf_g.jpgAls Diktatorologen das erste Mal auf den dictator democraticus imaginarius trafen konnten sie nur feststellen: ”Weitestgehend harmlos. Doch leider vom Aussterben bedroht”. Diese erschreckende Nachricht verbreitete sich schnell bei den naturschützenden Völkern. Besonders aber bei den Amerikanern. Die richteten sogleich einen Milliarden Dollar schweren Schutzfound ein, um den sogenannten “Busharraf” zu schützen. Jene so erstaunliche Spezies, der es gelingt auch inmitten einer Herde wilder Taliban zu überleben. Wobei es sich in ruhigeren Lebensmomenten der Pflege und Aufzucht von Atomsprengköpfen widmet. Oder der Volksunterdrückung, einem einmaligem Naturschauspiel: Das Busharraf wartet, bis sich das Volk in Roten Moscheen zusammengerottet hat, um es dann mittels seiner langen Arme, aufgrund deren Länge auch als Armee bezeichnet, daraus wieder gewaltsam zu vertreiben. Wenn das Busharraf aber in Lebensgefahr ist, so versetzt es sich in den Ausnahmezustand. Durch ihn gelingt es ihm sich seiner natürlichen Feinde, den Juristen und alle anderen, zu entledigen. Besonders erstaunlich ist dessen Fähigkeit nicht nur die pakistanische Urbevölkerung, mit dem es sich seinen Lebensraum teilt, sondern auch die Forscher über seine wahre Natur zu verwirren.

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