Im Reich der wilden Diktatoren (IV). Heute: Der iranische Knurrdiktator

Der iranische Knurrdiktator (creatus diktatus fremerus iranus) fristet sein einsames und karges Leben inmitten der öden iranischen Wüstenlandschaft. Völlig entblödet und nur mit einem columboesken Regenmanteletwas bekleidet ernährt er sich von gefälschten Stimmzetteln. Wodurch er ein weiches Kopffell, fusselnde Backenschoner, ein sonores Murren und im Ganzen ein recht putziges Aussehen erlangt, das ihn fast ungefährlich erscheinen lässt. Diesen trügerischen Schein legt er wieder ab – zusammen mit dem Regenmanteletwas – sobald sich ihm iranische Studenten, UN-Atomwaffeninspektoren oder Wahlbeobachter nähern. Sofort nimmt er seine Gegendenrestderwelthaltung ein und brüllt lärmend tosend brummige Hetzfetzen. Deshalb wird er von Großdiktatorenjägern als „die begehrteste aller diktatorischen Trophäen“ bezeichnet. Doch im Iran hat sich ein kleine fanatische Minderheit zusammengerottet, der so genannte Wächterrat, der es als seine heilige Aufgabe ansieht dieses bedrohte Wesen zu beschützten und es weiterhin reichlich mit gefälschten Wahlzetteln zu füttern.

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