Im Reich der wilden Diktatoren: Der birmesisch-zyklonische General

Der dictator cyclonis generalissimus ist ängstlich, scheu und abergläubisch. Er lebt zurückgezogen auf dem Gebiet von Myanmar. Selbst die Einheimischen kennen ihn nur noch vom Hörensagen. Die Birmesen veranstalteten 2007 eine der letzten großen Jagden auf dieses unschuldige Wesen. So kann es heute nur noch in der Zeit der sogenannten Militärparaden beobachtet werden. Dann traut es sich aus seinem Versteck, aber nur in Anwesenheit seiner anderen khakibraunen Juntaartgenossen, unter denen es nur durch seinen schillernden Ordenspanzer hervorsticht. Am liebsten ernährt es sich von internationalen Hilfslieferungen. Momentan steht Reis auf seiner Speisekarte ganz oben. Ungewöhnlich ist dabei, dass es die Lieferungen zum Teil mit seinem Namen markiert und die angeknabberten Kisten dann der Bevölkerung zur Besänftigung ihres Jagdtriebs überlässt. Ansonsten widmet es sich der astrologischen Berechnung seiner Lebenserwartung und Stadtplanung, aber auch der Anzahl der für ein langes Leben zu opfernden Birmesen.

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