Aktive Friedenspolitik

Das Feigenblatt präsentiert exklusiv vier Szenarien, wie ein Krieg zwischen den USA und dem Iran noch verhindert werden kann:
1. Der Kapitän des US-Flugzeugträgers „Abraham Lincoln“ will Freunde auf einer nahegelegenen Insel grüßen und führt damit das größte Drama der modernen Kriegsschifffahrt herbei. Die ganze Welt ist bestürzt.
2. Bundespräsident Wulff tritt zurück! Die deutschen Medien veranstalten ein Freudenfeuerwerk und niemand bekommt etwas vom stattfindenden Krieg mit.
3. Mit einjähriger Verzögerung werden den iranischen Medien bisher verheimlichte Bilder aus Fukushima zugespielt. Die Bevölkerung ist empört ob der unbekannten Gefahren der Atomkraft. Die Regierung Ahmadinedschad lenkt ein und verspricht aus der Atomkraft auszusteigen. Bei den nächsten Wahlen gewinnt dennoch die Grüne Bewegung.
4. Heiner Geißler schlichtet zwischen den Parteien. Das bisherige iranische Atomprogramm wird umbenannt in „Iranisches Atomprogramm Plus“ und kann nach einem „Stresstest“ unterirdisch fortgeführt werden.

Umfrage zur Trennung von Seal und Heidi Klum

Seal und Heidi Klum trennen sich! Noch sind die Gründe für diesen unerwarteten Schritt unklar. Deshalb bittet das Feigenblatt zur Umfrage: Was sind die wahren Gründe für ihre Trennung? Stimmen Sie ab!

A) Sie haben sich in letzter Zeit wenig gesehen, da Seal lieber am Nordpol nach Fischen tauchte.
B) Seal war nicht mehr attraktiv genug für Heidi: Schrecklich, all die Sorgennarben in seinem Gesicht!
C) Sie konnte es nicht verkraften, dass er als Seal an der Tötung Osama bin Ladens beteiligt war.
D) All die Haar-Extensions, die falschen Fingernägel und das künstliche Lächeln haben Seal an der Echtheit ihrer Gefühle zweifeln lassen.
E) Seal hat sich neu verliebt: In Bruce Darnell.

Wie weiter mit Guantanamo?

Das Gefangenenlager Guantanamo wird auch in Zukunft nicht geschlossen, da der US-Kongress entschieden hat, kein Geld für die Überlieferung der Gefangenen an andere Länder bereit zu stellen. Doch wie kann es nun weitergehen mit dem Lager?
1. Die solidarische Lösung: Eine internationale Solidaritätsflotte macht sich – statt wie üblich zum Gazastreifen – auf den Weg nach Guantanamo und holt die Gefangenen kostenneutral ab, verschwindet allerdings auf unerklärliche Weise in der Nähe der Bermudas.
2. Die langwierige Lösung: Alle Gefangenen begehen nach und nach Selbstmord, bis das Lager leer ist.
3. Die fröhliche Lösung: Das Lager wird wieder neu belebt: All die Terrorverdächtigen, die seit diesem Jahr für unbegrenzte Zeit festgesetzt werden können, kommen nur noch dorthin. Das Lagerleben wird wieder bunter und lauter. Mit neuen Insassen macht das Waterboarding gleich doppelt so viel Spaß!
4. Die legale Lösung: Eine internationale Beobachtermission wird nach Guantanamo geschickt, kann allerdings – trotz wiederholtem Hinsehen – keine Menschenrechtsverletzungen feststellen. Das Lager darf endlich offiziell betrieben werden.
5. Die natürliche Lösung: Ein Erdbeben löst einen Tsunami aus, der wiederum in einem in der Nähe gelegenen Atomkraftwerk zu einem Supergau führt. Die Gefangenen können freigelassen werden und dürfen sich im Sperrgebiet ein neues Leben aufbauen.

So ruhig ist es in Syrien

Immer wieder wird den Beobachtern der arabischen Liga in Syrien vorgeworfen, sich vom syrischen Regime täuschen zu lassen. Ein falscher Eindruck, wie die Berichte belegen, die dem Feigenblatt exklusiv vorliegen. Darin erklärt ein syrischer Begleiter dem Beobachter der arabischen Liga, was passiert.

In schweren Gefechten werden mehrere Männer vor den Augen des Beobachters getötet. Schockiert blickt er seinen Begleiter an, doch der erklärt ruhig: “Ach, das ist nur eine typisch syrische Stammesfehde. Sie kennen das, wo die Liebe hinfällt…” Ein Panzer rollt vorbei und schießt auf Demonstranten: “Das sind nur die Saudis in ihren deutschen Panzern. Die üben schon mal für die Invasion des nächsten demokratiewilligen Emirats.” Eine Langstreckenrakete wird von einem Schiff aus auf die Demonstration abgefeuert: “Das ist nur ein iranisches Truppenmanöver. Die Straße von Hormus ist hier gleich um die Ecke.” Zwei Menschen werden aus einer Demonstration gezerrt und in einem Van verschleppt: “Das ist nur der Mossad. Die suchen nach der Hisbollah und der Hamas.” Mehrere Flugzeuge beschießen eine Menschenmenge: “Ach, das sind nur die amerikanischen Drohnen. Die haben sich verflogen.” Der Begleiter erschießt den Beobachter: “Oh! Das ist nur ein klassischer Fall von Friendly Fire!” Der Begleiter zieht die Jacke des Beobachters an und notiert: “Alles ruhig in Syrien!”

Die Oma- und Opa-Quote

Seit Januar wird das Renteneintrittsalter schrittweise auf 67 erhöht. Doch immer weniger Menschen über 60 finden überhaupt noch eine Arbeit. Deshalb überlegen einige Politiker nun die Unternehmen über eine Quote zu verpflichten, ältere Menschen in Betrieben einzustellen. Doch welche Stellen sind vorgesehen?

Die Burnout-Prävention:
Wenn der Stress zu groß wird und ein Burnout droht, kann man zum Ankedoten-Opa gehen. Er erzählt dann beruhigende Geschichten vom Krieg und „wie schwer wir es hatten“. In Einzelfällen kann er auch direkt an den Arbeitsplatz kommen und erklären, „wie wir das früher gemacht haben“.
Die Haushälterin: Großmütter kochen den besten Schweinebraten und haben die besten Tricks, die Wäsche sauber zu kriegen. Deshalb kann die gesamte Firmenkantine und die Großwäscherei durch eine Großmutter ersetzt werden.
Die Kinderbetreuung: Kinder können mit in die Firma genommen werden und von Omas und Opas betreut werden. So erhalten sie die bei Großeltern beliebte Mischung aus Verhätschelung (”Nimm doch noch ein Stück Kuchen, Thorben-Benjamin!”) und autoritärer Erziehung („Lass das liegen, Luna-Sophie, sonst setzt es was!“).
Der Chefpuffer: Besonders qualifizierte Alte (schwerhörig) können als Puffer für cholerische Anfälle von Vorgesetzten eingesetzt werden: „Was haben sie gesagt? Sie müssen lauter sprechen!“

Die Ruhe der Deutschen

Rätsel: Die Deutschen kaufen laut Konsumklimaindex ein, als ob es keine Krise gäbe und die deutschen Firmen blicken laut Ifo-Index optimistisch in die Zukunft. Wie ist das möglich?
Lösung: Im Auge des Sturms ist es immer ruhig und der Glaube an eine Wetterbesserung riesig!

In memoriam: Der nordkoreanische Zwergdiktator

Im Reich der wilden Diktatoren: Der nordkoreanische Zwergdiktator
(creatus dictatus parvus septemtrionum coreanus)

232kim.jpgSeine Kleinwüchsigkeit und seine hoch aufragender Haarkamm verleihen ihm ein possierliches Aussehen. Dieser harmlose Eindruck wird von einem grauen Mao-Schlafanzugsfell, dass ihm die Evolution angelegt hat, unterstützt. Doch Vorsicht! All dies ist nur Tarnung. Wie zum Beispiel seine Plateauschuhkrallen. Durch sie wirkt er nicht nur größer, sondern stößt auch mittels geschicktem Aneinanderschlagen warnende Klacklaute aus, wenn ein fremder Diktator sein Reich betritt. Einmal in seine Fänge geraten, kann das Opfer schnell einmal Arme, Beine oder andere Glieder verlieren. Sollten diese Warnungen aber nicht ausreichen, so hat der nordkoreanische Zwergdiktator noch seine Nukleardrüsen. Die verwendet er jedoch nur in höchster Gefahr und beim Jagen.
In Nordkorea wird er als fast heilig verehrt. Ihm zu Liebe hungern die Menschen nicht wie im Gebiet des creatus diktatus mohamedanus nur ein paar Wochen lang, sondern das ganze Jahr über. Doch wie so viele andere seiner Art ist auch der nordkoreanische Zwergdiktator bedroht: Der sich aggressiv ausbreitende homo democraticus engt dessen natürlichen Lebensraum mit internationalen Sanktionen immer weiter ein.

Regeln für die Befragung von Politikern

In der Kreditaffäre um Bundespräsident Christian Wulff wurde deutlich, wie wichtig es ist, die richtigen Fragen zu stellen. Da dieses Problem immer wieder auftritt, sei es bei Sex- oder Schmiergeldskandalen, präsentiert das Feigenblatt die wichtigsten Regeln zur Politikerbefragung:

1. Definieren Sie die Begriffe: Oft entstehen Missverständnisse allein durch das unterschiedliche Deutung der Begriffe. Ist Oralsex schon eine „sexuelle Beziehung“? Sind 100.000 DM schon eine „Spende“? Ist “Hattest du schon einmal einen Freund?” noch ein Facebook-„Chat“?
2. Fragen Sie so konkret wie möglich: „War da noch ein schwarzer Koffer? Zufälligerweise gefüllt mit 100.000 Mark?“
3. Seien Sie trickreich: Nicht: „Wer hat Geld gespendet?“ Sondern: „Wem haben Sie eigentlich Ihr Ehrenwort gegeben?“
4. Fragen Sie nach dem Alter (besonders bei CDU-Politikern): “War Sie über oder unter 18?”
5. Helfen Sie auch mal den Erinnerungen auf die Sprünge: Was war zuerst da? Das Netzwerk oder das Amt? Der Gesetzentwurf oder die Spende?
6. Fragen Sie nach Beziehungen zu Familienmitgliedern: Bestehen die dubiosen Geschäftsbeziehungen vielleicht nur mit der angeheirateten Stiefnichte oder der matrilateralen Kreuzcousine? (Und nicht vergessen: Auch nach deren Alter fragen!)

Naheliegende Scherze (Folge 2331)

Schon wieder: Großbritannien blockiert deutsche Offensive für Großeuropa!

Pi-ratenparteitag in Offenbach


CC-BY 2011 Holger Kipp

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