Auswege aus der indischen Krise

Viele blicken ungläubig nach Indien: Vergewaltigungen, Lynchmobs, Frauenhass und Todesstrafe. Wie passt das noch zu dem Indien, was wir kennen? Das Land der spirituellen Erleuchtung. Das Land in dem Gandhi und Yoga geboren wurden. Das Land mit den lustigen Bollywood-Filmchen. Titanic präsentiert die beiden möglichen Auswege aus diesem Dilemma:
1. Wir passen unser Indienbild an: Auch in deutschen Meditationszentren werden ab sofort regelmäßig Frauen geschlagen, gedemütigt und vergewaltigt. Allerdings werden, um zu zeigen, dass wir moralisch höher stehen als die Inder, ebenfalls Kurse in Yoga-Selbstverteidigung (für Frauen), in Reinkarnationstherapie (als Frau) und Ayurvedischer Kastration (z.B. Brennesseln im Schritt) angeboten.
2. Indien passt sich wieder unserem Bild an: Alles ist friedlich und ruhig. Die Straßen sind voller Spiritualität und Karma. Ein wenig Armut ist auch da – doch sie ist nur ein weiterer Weg zur Erleuchtung. Zu Hause gibt eine bepunktete indische Mutter ihren sieben Kindern lächelnd ayurvedischen Frühstücksbrei. Im Hintergrund läuft Bollywood. Und abends probiert ein (!) indischer Mann mit seiner (!) indischen Frau liebevoll (!) alle Stellungen des Kamasutras aus.

Das ändert sich in Nordkorea

Aussöhnung mit Südkorea: Man zielt bei Raketentests nicht mehr auf Südkorea, sondern aufs Meer und lässt die Raketen sicherheitshalber schon beim Start explodieren.
Bessere Versorgung mit Lebensmitteln: Die Ernährung der Bevölkerung soll durch einen einfachen Schritt verbessert werden – Kim Jong-Un isst nur noch jedes zweite ihm angebotene Gericht.
Öffnung der Märkte: Westliche Konzerne, die ähnlich streng organisiert sind wie Nordkorea und ihre Kunden ähnlich liebevoll unterdrücken, dürfen auch für den nordkoreanischen Markt produzieren (z.B. Apple, Facebook).
Annäherung an den Westen: Man will prüfen, ob neue Kooperationen denkbar sind. Seit letztem Jahr erscheint es möglich, dass Deutschland die neu gewonnene demokratische Stabilität mit dem Export von Spürpanzern oder auch U-Booten unterstützen könnte.

Fragen und Antworten zur Krise in Ägypten

Wer sind eigentlich diese Muslimbrüder?
Stramm konservative Genossen mit einem Hang zu Größenwahn, denen das Messer in der Tasche aufgeht bei Themen wie Homoehe oder Kindergartenbetreuung – so etwas wie eine ägyptische CSU. Wirklich gefährlich werden sie (wie diese) nur, wenn sie keine absolute Mehrheit haben.

Worüber soll abgestimmt werden?
Die Mehrheit darf wählen, ob sie die Minderheit mithilfe einer Verfassung unterdrücken will. Normale Demokratie halt.

Wie wird abgestimmt?
Klassisch biblisch: Die Ägypter eines Viertels versammeln sich auf einem Platz. Eine Ehebrecherin wird vorgeführt. Jeder bekommt einen roten (für Scharia) und einen grünen Stein (gegen Scharia), den er werfen darf. Danach werden die einzelnen Steine ausgezählt.

Wird es überhaupt eine Abstimmung geben?
Zwei mögliche Szenarios gibt es für die nächsten Tage: Entweder es gibt das klassische Entwicklungsland-Programm: Aufstand, Niederschlagung, Bürgerkrieg, Militärdiktatur (diesmal immerhin ohne amerikanische Beteiligung). Oder es kommt zum Referendum und Präsident Mursi gewinnt. Dann wird er sich danach in seinen Palast zurückziehen und sich seiner weiteren Verpuppung zum Sonnengott widmen.

Was wird dann aus dem Tahrir-Platz?
Als Ausgleich für die verminderten Rechte der Christen will Sonnengott Mursi den Platz plattmachen und eine Megakirche darauf bauen. Dort können dann bei Bedarf alle Christen hineingetrieben und verbrannt werden.

Neue Formen der Transparenz

Von wem kann die Bundesregierung mehr Transparenz bei Waffengeschäften lernen und wie sähe dies aus?

Der Verfassungsschutz: Die Waffenunternehmen werden mit Steuergeldern bezuschusst, bei illegalen Aktionen wird weggeschaut oder es werden andere, friedliche Parteien ins Visier genommen. Nach dem unerwarteten Bekanntwerden einer Mordserie werden alle Akten geschreddert.
Peer Steinbrück: Waffengeschäfte sind ein lukratives Nebengeschäft der Bundesregierung. Erst als es um deren Integrität und Wiederwahl geht, werden die Geschäfte schrittweise offengelegt. Das größte Waffengeschäft wurde erstaunlicherweise in Bochum abgewickelt.
Die katholische Kirche: Ohne das Wissen der deutschen Bundesregierung werden unschuldige deutsche Waffen jahrelang zur Tötung von Menschen missbraucht. Jahre später tauchen unerwartet missbrauchte Waffen in sensiblen Gegenden auf – ein Skandal! Die Kanzlerin tut ein wenig Buße. Alle Parteien finden sich am runden Tisch wieder.
Die bayrische Justiz: Bei allen Journalisten und Oppositionspolitikern, die behaupten, dass es illegale Waffengeschäfte gibt, wird Verfolgungswahn diagnostiziert. Sie werden zum Schutz der Öffentlichkeit in der Psychiatrie langzeitverwahrt.
Die Piratenpartei: Die Bundesregierung hat noch keine Position zu Rüstungsexporten, bevor nicht die gesamte Partei darüber abgestimmt und jeder einen eigenen Antrag eingebracht hat (sog. Liquid Waffengeschäft).

Gescheiterte Frauen in Männerberufen

Herta M. (23): Samenspenderin

Seit ihrem Abitur versucht sie vergeblich in diesem männerdominierten Beruf Fuß zu fassen! Enttäuscht sagt sie heute: “Scheiß Girls Day! Die hatten mich echt überzeugt, einen männerdominierten Beruf zu wählen. Aber dass es so hart werden würde… [Sie kämpft mit den Tränen] Immer diese Ablehnungen in der Samenbank, die schiefen Blicke – was will die denn hier und so. Dieses Reduziert-Werden auf mein Geschlecht war für mich echt das Schlimmste.”

Wege aus der Atom-Krise

Vier Wege, wie Iran der Weltgemeinschaft beweisen kann, dass sein Atomprogramm nur friedliche Zwecke verfolgt:

• Präsident Ahmadinedschad, der Wächterrat und alle Atomwissenschaftler unterziehen sich einem Lügendetektortest. Wer durchfällt, darf vom Mossad erschossen werden.
• Alle Atomanlagen werden oberirdisch gebaut und mit einem Selbstzerstörungsmechanismus versehen, der vom israelischen Präsidenten ausgelöst werden kann.
• Ein neues Gesetz wird verabschiedet, das die heimliche Anreicherung von Uran unter Todesstrafe stellt. Gesteinigt wird (konsequenterweise) nur mit nicht-angereicherten Uranbrocken.
• Israels Existenzrecht wird anerkannt und Günter Grass aus Solidarität durch eine Fatwa zum Tode verurteilt.

Fast richtige Schlagzeilen (1989)

Endlich aufgeklärt: Solidarpakt Schuld an Ruhrpott-Häßlichkeit!

Neue Arbeitsweise beim Verfassungsschutz

Für ein Verbotsverfahren der NPD haben die Innenminister der Länder angekündigt, ab sofort systematisch Material über die NPD zu sammeln. Bisher habe man, erklärte der bayrische Innenminister Joachim Herrmann, das alles ja nur auf einen losen Zettelhaufen in irgendeinem Keller im Ministerium geworfen. Wer hätte auch damals ahnen können, dass man das irgendwann einmal brauchen würde. Herrmann zeigte sich aber zuversichtlich, dass die Beamten bis zum Beginn des Verbotsverfahrens ihre bisherige Arbeitsweise auf die systematische Arbeit umstellen können.

Umfrage zur Trennung von Seal und Heidi Klum

Seal und Heidi Klum trennen sich! Noch sind die Gründe für diesen unerwarteten Schritt unklar. Deshalb bittet das Feigenblatt zur Umfrage: Was sind die wahren Gründe für ihre Trennung? Stimmen Sie ab!

A) Sie haben sich in letzter Zeit wenig gesehen, da Seal lieber am Nordpol nach Fischen tauchte.
B) Seal war nicht mehr attraktiv genug für Heidi: Schrecklich, all die Sorgennarben in seinem Gesicht!
C) Sie konnte es nicht verkraften, dass er als Seal an der Tötung Osama bin Ladens beteiligt war.
D) All die Haar-Extensions, die falschen Fingernägel und das künstliche Lächeln haben Seal an der Echtheit ihrer Gefühle zweifeln lassen.
E) Seal hat sich neu verliebt: In Bruce Darnell.

Wie weiter mit Guantanamo?

Das Gefangenenlager Guantanamo wird auch in Zukunft nicht geschlossen, da der US-Kongress entschieden hat, kein Geld für die Überlieferung der Gefangenen an andere Länder bereit zu stellen. Doch wie kann es nun weitergehen mit dem Lager?
1. Die solidarische Lösung: Eine internationale Solidaritätsflotte macht sich – statt wie üblich zum Gazastreifen – auf den Weg nach Guantanamo und holt die Gefangenen kostenneutral ab, verschwindet allerdings auf unerklärliche Weise in der Nähe der Bermudas.
2. Die langwierige Lösung: Alle Gefangenen begehen nach und nach Selbstmord, bis das Lager leer ist.
3. Die fröhliche Lösung: Das Lager wird wieder neu belebt: All die Terrorverdächtigen, die seit diesem Jahr für unbegrenzte Zeit festgesetzt werden können, kommen nur noch dorthin. Das Lagerleben wird wieder bunter und lauter. Mit neuen Insassen macht das Waterboarding gleich doppelt so viel Spaß!
4. Die legale Lösung: Eine internationale Beobachtermission wird nach Guantanamo geschickt, kann allerdings – trotz wiederholtem Hinsehen – keine Menschenrechtsverletzungen feststellen. Das Lager darf endlich offiziell betrieben werden.
5. Die natürliche Lösung: Ein Erdbeben löst einen Tsunami aus, der wiederum in einem in der Nähe gelegenen Atomkraftwerk zu einem Supergau führt. Die Gefangenen können freigelassen werden und dürfen sich im Sperrgebiet ein neues Leben aufbauen.

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